Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Buchau-Dörfles

Feuerwehr Buchau (bis 1974)

1884 - Die Gründung

Die Freiwilligen Feuerwehr Buchau wurde am 18. Mai 1884 von 29 Bürgern gegründet. Das Jahr 1884 stand im Bereich der jetzigen Gemeinde Mainleus im Zeichen der Gründung von Freiwilligen Feuerwehren. Neben den Feuerwehren Buchau und Dörfles, wurden in diesem Jahr noch die Freiwilligen Feuerwehren Motschenbach, Willmersreuth und Schmeilsdorf gegründet. Die Anlegung der Bücher erfolgte zwei Wochen später am 1. Juni.

Die Gründungsmitglieder setzten sich wie folgt zusammen: Johann Dörfler, Bürgermeister, 1. Vorstand; Thomas Schütz, Beigeordneter und Gastwirt, 2. Vorstand; Andreas Herold, Schneidermeister, Feuerwehrhauptmann; Lorenz Wiesel, Kaufmann, Schriftführer und Kassier; Johann Herold senior Schneidermeister, Zeugwart; Georg Wiesel, Maurer, Obersteiger; Johann Kupfer, Oekonom, Hornist; Paulus Opitz, Oekonom, Hornist; Bartholomäus Baumann, Oekonom und Schmied, Christoph Höh, Büttner; Andreas Partenfelder, Zimmermann; Johann Meyer II, Nagelschmied. Georg Marr. Oekonom;Johann Spindler, Maurer; Michael Wiesel, Zimmermann (alle Steiger).

Zur Spritzenmannschaft zählten: Georg Brunn, Schmied; Georg Kolb, Oekonom und Wagner;Johann Höh, Bütmer; Adam Opel, Oekonom; Adam Spindler, Miiller; Johann Schütz, Brauer; Heinrich Wiesel, Oekonom und Pongratz Dörnhöfer, Taglöhner.

Ordnungsmänner waren: Johann EBner, Dienstknecht; Martin I.otter, Korbmacher; Johann Ernst, Weber; Paulus Wiesel, Oekonom und Georg Wolf, Wagner. Bei dem Drechsler Ernst Me?er ist die Bezeichnung ~Doktor« eingetragen.

Die Vielseitigkeit der hier aufgeführten Berufe unterstreicht die frühere Bezeichnung von Buchau als Bauern- und Handwerkerdorf. Die Bauern wurden früher Oekonome genannt.

 

Feuerwehr Dörfles (bis 1974)

1884 - Die Gründung

Die ehemalige Freiwillige Feuerwehr Dörfles wurde am 22. September 1884 gegründet. Eine alte Kübelspritze mit der Aufschrift »Gemeinde Dörfles" trägt die Jahreszahl 1877. Der erste Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Dörfles war Johann Weigel. Ihm folgten Georg Mader, Christoph Hofmann, Johann Münch und Hans Mader. Daß die Hand- und Druckspritze aus dem Jahre 1903, eine ähnliche stand auch in Buchau, noch vorhanden ist, ist in erster Linie dem Umstand zu verdanken, daß Dörfles infolge der Nähe zu Buchau keine motorisierte Spritze erhielt.


Obwohl der Ort Dörfles nur etwa zehn Prozent der Einwohner der ehemaligen Gemeinde Geutenreuth zählte, stellte er mit Heinrich Kolb und Christoph Hofmann zweimal den Bürgermeister.

Ab 1974

Kommandanten und Bürgermeister

Die weiteren Kommandanten waren nach Andreas Herold, Lorenz Wiesel, Christian Wiesel, Andreas Lotter, Hans Herrmann, Hans Lauterbach und Ewald Wiesel der seit 2 1/2Jahren im Amt ist. Bei den Vorsitzenden ist eine Unterbrechung vorhanden, da dieses Amt auch vom Kommandanten zeitweise mit ausgeübt wurde. Die Vorsdtzenden der Nachkriegszeit waren: Andreas Lotter, Johann Reuig, Adolf Wiesel, Hans Herrmann bis zum jetzigen Amtsinhaber Manfred Kolb, der zur gleichen Zeit wie der Kommandant antrat.


Die Bürgermeister von Buchau waren in der Zeit des Bestehens der Feuerwehr: Johann Dörfler, Johann Hupfer, Friedrich Vogel, Karl Küffner, Adam Engelbrecht,Johann Reuig und Georg Küffner.

1974 - Gebietsreform

Im Jahre 1971 wurde in Bayern die Gebietsreform aktuell, bei der nicht nur grögere Gemeinden entständen, sonder auch Landkreise aufgelöst oder in ihrem Bestand verändert wurden. In den ersten Planungsentwürfen war das Gebiet von Buchau für einen Anschluß an den Nachbarlandkreis Lichtenfels vorgesehen.
Da aber die Buchauer lieber beim Landkreis Kulmbach bleiben wollten, weil die Entfernung nach Lichtenfels mehr als doppelt so weit ist, faßte der damalige Buchauer Gemeinderat den Beschluß sich der Gemeinde Mainleus anzuschließen.

Einen Tag danach am 14. April 1971 faßte der damalige Gemeinderat von Geutenreuth, Landkreis Lichtenfels, einen einstimmigen und richtungsweisenden Beschluß mit dem Inhalt, daß die zur Gemeinde gehörenden Orte Dörfles, Motschenbach, Pöhl und Wüstendod in die Gemeinde Mainleus und Geutenreuth in die Stadt Weismain eingegliedert werden sollen.

Da auch die Bürger der Gemeinden Buchau und Geutenreuth bei Abstimmungen diese Beschlüsse mit großer Mehrheit für gut befunden hatten, entsprach die Regierung von Oberfranken diesem Wunsch und verfügte zum 1. Januar 1972 die Eingemeindung der Orte Dörfles, Motschenbach, Pöhl und Wüstendorf nach Mainlem. Nach der nunmehrigen Zugehörigkeit der Orte Buchau und Dörfles zu einer Gemeinde, lag es auf der Hand nun auch die beiden Feuerwehren zusammenzuschließen, zumal die Gebäude der beiden Orte nur 70 Meter auaeinanderliegen und die Anschaffung einer "TS 8 für Dörfles eine zusätzliche und unnötige Belastung für die Gemeipde Mainleus gewesen wäre. Nach einigen Vorverhandlungen wurde dann am 27. Januar 1974 der endgültige Beschluß gdagt. Seit diesem Tag gibt es die Freiwillige Feuerwehr Buchau-Dödles.

Buchau und Dörfles

Stärkstes Bindeglied zwischen den Orten Buchau und Dörfles war auch schon vor der Zugehörigkeit zu einer politischen Gemeinde und trotz Landkreisgrenze durch den Dörflesbach, die gemeinsame Kirche und Schule in Buchau. Weitere Bindeglieder sind der Gesangverein, der Gartenbauverein, die Soldatenkameradschaft, die Raiffeisenbank und der BBV-Ortsverband.

Zu der Kirchengemeinde Buchau und zum Einzugsbereich der meisten Vereine zählen innerhalb der Gemeinde Mainleus noch die Orte Witzmannsberg, Friedrichsberg, Pöhl, Wüstendod, ein Teil von Lopp, Wüstenbuchau, Bechtelsreuth, Steinsorg, Weihermühle und Krötennest. Außerdem zählen zur Kirchengemeinde Buchau die Evang.-Luth. Christen aus dem überwiegenden Teil des Stadtgebietes Weismain. Vornehmlich Weismain main selbst, Geutenreuth und Görau.

Die heute noch stehende Schule neben der Kirche und dem Pfarrhaus, die auch mit auf der neuen Feuerwehdahne abgebildet ist, wurde im Jahre 1879 anstelle einer bereits vorhandenen Schule erbaut. Diese Schule, die sich als zu klein erwies, erwarb der Kommandant und Gründungsmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Buchau, Schneidermeister Andreas Herold, auf Abbruch und baute sie als Wohnhaus in der Nähe der Brücke über den Dörflesbach wieder auf. Dieses Wohnhaus stand bis 1964 wo es durch ein neues ersetzt wurde. Die erwähnte Brücke wurde im Jahre 1901 erbaut. Dieses Bauwerk ist von solch guter Qualität, daß es die vielen schweren Fahrzeuge und Panzer, die seitdem darüber gerollt sind, unbeschadet überstanden hat, obwohl bei dem Bau eine derartige technische Entwicklung in keiner Weise vorauszusehen war.

Die Schule aus dem Jahre 1879 wurde bis 1963 genutzt. In diesem Jahr wurde dann die neuerbaute Schule, im Fhrteil »Kreuzäcker", wo auch die neue Siedlung entstand, bezogen. Dieser Schule war aber infolge der Schulreform nur eine kurze Lebensdauer beschieden. Nachdem sie nach der Einschulung der Kinder nach Mainleus noch einige Jahre zur Unterbringung von zwei Klassen des Schulverbandes diente, wurde der Lehrbetrieb 1977 endgültig eingestellt, als der Schulerweiterungsbau in Mainleus abgeschlossen war.

 

Buchau und Umgebung

Der Ort Buchau konnte sich infolge seiner landschaftlich schönen Lage und der Aufgeschlossenheit seiner Bewohner mehrmals im Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« qualifizieren. 1964 wurde Buchau schon einmal Kreissieger. Der Höhepunkt war jedoch das Jahr 1981, als Buchau im Landesentscheid mit einer Silbermedaille ausgezeichnet wurde, nachdem es 1980 zu den Bezirkssiegern zählte.
Bekannt ist Buchau auch und nicht zuletzt durch seine beiden Gasthäuser, deren Besucher sich sowohl aus Einheimischen wie auch aus Auswärtigen zusammensetzen und damit eine gute Kombination ergeben.

Brände bis 1982

Buchau und seine nähere Umgebung ist in den vergangenen 100 Jahren, mit mit einer Ausnahme, von Gebäudebränden verschont geblieben. Diese Ausnahme war der Scheunenbrand im Anwesen des Schmiedes Christoph Lauterbach. Bei diesem Brand ist auch der D~schwagen und die Presse der Dreschgenossenschaft ein Opfer der Flammen geworden. Dank des gezielten Einsatzes der Feuerwehren ist es aber gelungen das Übergreifen des Feuers auf die sehr nahe stehenden Nachbargebäude zu verhindern. Als Schutz für das Haus von Andreas Vogel erwies sich auch eine davorstehende Linde. Die Schaufenster des Lebensmittelgeschäftes von Christian Wisel, der damals auch Kommandant der Wehr war, sind infolge der starken Hitze zersprungen.

Wie aus den Unterlagen zu entnehmen ist, war die Freiwillige Feuerwehr Buchau bei den folgenden Bränden im Einsatz- Peesten (keine Zeitangabe), Lopp am 30. August 1886, Friedrichsberg am 16. November 1897, Lindenberg am 28. Dezember 1897, Zultenberg am 28. Juni 1898, Motschenbach (keine Zeitangabe), Peesten am 1. September 1919, Geutenreuth 1933, Gundersreuth 1933 (keine Zeitangabe), Görau 1944, Neuenreuth 1945 und Geutenreuth 1947.

1944 - Gründung einer Frauenabteilung

Interessant ist auch, daß 1944 eine Frauenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Buchau gegründet wurde, die 45 Mitglieder zählte. Diese Gründung wurde erforderlich, weil die meisten Männer im Krieg waren.

1982 - 100 Jähriges bestehen

Die Freiwillige Feuerwehr Buchau-Dörfles zählt zu dieser Zeit 40 aktive, 21 passive und 8 Ehrenmitglieder. Vorsitzender ist Manfred Kolb, sein Stellvertreter Erwin Geißler, Schriftführer Emil Kolb, Kassier Alfred Weihermüller. Beiratsmitglieder sind: Werner Geiger, Hans Heuschmann, Hermann Münch und Manfred Wendel. Zusätzlich im Festausschuß sind: Heinz Geißler, Gerhard Götz, Hans Herrmann, Hans Jäger, Karl Kolb und Herbert Unger.
Eine wahre Pionierleistung haben die Männer der Jubelwehr mit der Errichtung des neuen Gerätehauses vollbracht. Hierfur leisteten die Wehrmänner 1100 freiwillige und unentgeldliche Arbeitsstunden. Durch diesen vorbildlichen Einsatz sparte die Gemeinde Mainleus, die das Material bereitstellte, über 40.000,-- DM.
Die Einweihung des neuen Gerätehauses und die Fahnenweihe wären je für sich schon genug Grund zum Feiern. Hinzu kommen noch der fast hundertjährige Geburtstag der einst selbständigenJubelwehren und der Kreisfeuerwehrtag.